Am Ende vieler Yogastunden liegt Savasana, die Schlussentspannung. Von außen passiert dabei wenig: Wir liegen auf dem Rücken, lassen Arme und Beine bequem ruhen und versuchen, für einige Minuten nichts mehr zu tun. Genau das kann ungewohnt sein – besonders wenn der Alltag von Aufgaben, Reizen und ständigem Wechsel geprägt ist.
Keine weitere Haltung zum Perfektionieren
Savasana ist kein Wettbewerb im Entspannen. Gedanken dürfen auftauchen, Geräusche dürfen wahrgenommen werden und manchmal fühlt sich der Körper zunächst überhaupt nicht ruhig an. Die Übung besteht eher darin, nicht auf jeden Impuls sofort reagieren zu müssen.
Mach es dir deshalb tatsächlich bequem. Eine Decke unter dem Kopf, eine Rolle unter den Knien oder eine zusätzliche Decke über dem Körper können sinnvoll sein. Wenn Rückenlage nicht angenehm ist, lässt sich die Schlussruhe auch in einer anderen entspannten Position gestalten.
Nachspüren statt sofort weiter
Während einer Asanapraxis wechseln Aktivität, Dehnung, Kraft und Konzentration. Die Schlussruhe setzt einen bewussten Gegenpol. Sie gibt Zeit, Empfindungen wahrzunehmen, ohne gleich zur nächsten Bewegung überzugehen. Das macht Savasana nicht zu einer „Belohnung“ nach dem eigentlichen Yoga – es ist selbst Teil der Praxis.
Ein kleines Ritual für zu Hause
Auch nach einer kurzen eigenen Einheit kannst du zwei bis fünf Minuten für Savasana einplanen. Stelle den Timer lieber etwas leiser, lege das Handy außer Reichweite und erlaube dir, für diese Zeit keine Aufgabe zu haben. Danach bewege zunächst Hände und Füße, drehe dich auf die Seite und komme langsam zum Sitzen.
Bewusstes Nichtstun kann erstaunlich herausfordernd sein. Vielleicht liegt gerade darin sein Wert: Wir üben für einen Moment, dass Anwesenheit nicht davon abhängt, ob wir etwas produzieren, verbessern oder erreichen.